Neue Schätzformeln für Mischfutter

Die freiwilligen Angaben der Futtermittelhersteller zu den Energiegehalten von Schweine- und Rinderfutter werden ab 1. September 2010 anhand geänderter Schätzformeln ermittelt.

Das wird von der Futterwirtschaft und Beratung begrüßt. Aktuelle Auswertungen von Verdauungsversuchen mit Mischfutter durch die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) haben ergeben, dass die bisherigen Schätzformeln die heute am Markt verfügbaren Mischfuttermittel nicht mehr exakt erfassen.

Bei Rinderfutter wurde im Verlauf der letzten Jahre festgestellt, dass insbesondere energiereiche Mischfutter und speziell energiereiche Milchleistungsfutter systematisch unterschätzt wurden. Dies hat mit der weitreichenden Veränderung der Zusammensetzung der Mischfutter für Rinder und Milchkühe zu tun. Diese Futtermittel sind heute deutlich stärkereicher und mit wesentlich höheren Getreideanteilen ausgestattet als noch im Zeitraum 1980 bis 1995. Verdauungsversuche in diesen Jahren bildeten die Grundlage für die alten Gleichungen. Für die Energieschätzung bei Rinderfutter wird zukünftig einheitlich mit einer Formel gerechnet, die die Gasbildung (Hohenheimer Futterwerttests, HFT) berücksichtigt. Die Schätzgleichung auf Grundlage der Enzymlöslichen Organischen Substanz (ELOS) findet künftig keine Anwendung mehr. Zu berücksichtigen ist, dass die Gleichung für Rinderfutter zunächst die Eingabe aller Rohnährstoffe in g/kg Trockensubstanz erfordert. Die Berechnung der Nettoenergie Laktation (NEL) in der Trockensubstanz erfolgt nach einer festgelegten Formel. Anschließend sind die Werte auf Frischsubstanz zu beziehen und anzugeben.

Generell kann festgehalten werden, dass Futtermittel für Schweine mit hohen Stärke- und Zuckergehalten zukünftig leichte Abwertungen erfahren, während solche mit relativ hohen Gehalten an im Dickdarm der Schweine gut verdaulichen Rohfaseranteilen höher bewertet werden als früher.

Durch die neuen Schätzformeln kann Mischfutter künftig im Energiegehalt genauer beurteilt werden als bisher. Dabei muss berücksichtigt werden, dass diese Gleichungen ausschließlich auf Mischfutter anwendbar sind. Die Anwendung auf Einzelfuttermittel kann durch eine Verringerung der Schätzgenauigkeit zu falschen Ergebnissen führen!!

In Abhängigkeit der eingesetzten Komponenten können daher ab 1. September durch die neuen Schätzformeln bei identischen Futtermischungen gegenüber früheren Kennzeichnungen veränderte Energiewerte auf den Futtermischungen zu finden sein. Bei Rückfragen sollten die Verwender das direkte Gespräch mit ihrem Lieferanten suchen.

Für die Energieschätzung von Schweine- und Rinderfutter gelten ab 1. September folgende Formeln:

Schweinefutter:
ME (MJ/kg) = 0,021503 XP + 0,032497 XL + 0,016309 XS + 0,014701 OR – 0,021071 XF
Organischer Rest (OR) = OS – XP – XL – XF – XS

Rinderfutter:
ME (MJ/kg T) = 7,17 – 0,01171 XA + 0,00712 XP + 0,01657 XL + 0,00200 XS – 0,00202 ADForg + 0,06463 Gb
NEL = ME [0,46 + 12,38 ME / (1000 – XA )]

ME = Umsetzbare Energie, NEL = Nettoenergie Laktation, XA = Roh-asche, XP = Rohprotein, XL = Rohfett, XF = Rohfaser, XS = Stärke, Gb = Gasbildung in ml/200mg T, T= Trockenmasse, ADForg = saure Detergenzienfaser (korrigiert um den anorganischen Anteil)

Quelle: DRV/DVT

Barbara Spandern

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Tierheilpraktiker, Bachblüten und Voodoo

Bitte erlauben Sie mir mal einen Beitrag in eigener Sache, oder besser in fachlicher-medizinischer Sache. Wie immer geht es in erster Linie um das Wohlergehen der Tiere.

Immer wieder tauchen Tierheilpraktiker, Hundeheiler, Katzenpsychater und selbsternannte Tiertherapeuthen auf. Sie wettern gegen die “klasssiche” Tiermedizin und bedienen sich sogenannter “natürlicher” Heilmethoden. Sie nutzen die Verunsicherung der Tierbesitzer und Ängste vor der Pharmaindustrie. Meist weisen sie in schönen Broschüren auf Ihre besonders ausgedehnte Erfahrung und die spezialisierte Ausbildung hin.

Genau betrachtet, lässt sich dann sehr oft folgendes Muster erkennen:
Die Erfahrung war eine negative. Nämlich die, nicht die nötigen Zulassungsvorraussetzungen für ein Studium der Tiermedizin an einer Universität erfüllt zu haben.
Die spezielle Ausbildung war dann meist ein 2-wöchiges bis 2-monatiges Seminar bei einer (nur unter Insidern anerkannen) Organisation.

Da solche Veranstaltungen teilweise in Deutschland verboten sind, geht man dann ins Ausland. Das höhrt sich auch sehr wichtig an. So kann man gleich den englischen Titel oder Begriff nutzen und umgeht die deutsche Rechtssprechung. Sogenannte Pferde-Dentisten sind ein Beispiel. 14-Tage Kanada und man hat den Titel. So einfach ist das. Man braucht keinerlei Vorkenntnisse und muss nichteinmal gut English können. Es kann sich auch jeder einfach Tiertherapeut oder Hundeheiler nennen, da die Begriffe rechtlich nicht definiert ist. Das ist schlichtweg Betrug.

Ich bin gegenüber alternativen Heilmethoden sehr aufgeschlossen. Ich nutze viele homöopathische Präparate und betreibe vor dem Medikamenteneinsatz ausgiebige Ursachenforschung, um an die Wurzel von Erkrankungen zu gelangen. Die Grundlage für dieses Vorgehen sind fundierte tiermedizinische Kenntnisse. Das Anwenden von Heilverfahren jeglicher Art kann aber gefährlich werden, wenn man die biologischen Zusammenhänge im Tierkörper nie von Grund auf erlernt hat. Es wird richtig gefährlich, wenn man mit den Ängsten der Menschen spielt.

Fundierte Ausbildung muss sein

Nur als Bespiel: Ich habe nach einem einjährigen Berufspraktikum in einer Tierklinik vier Jahre lang an der FU-Berlin Tiermedizin studiert. Das Studium ist sehr umfangreich. Es umfasst neben der Tiermedizin die Bereiche Biologie, Chemie, Physik, Statistik, Rechtswissenschaften, Politik, Labortechnik, Landwirtschaft, Tierzucht, Ernährung, Lebensmittelkunde und Psychologie und erfordert auch handwerkliches Geschick. Während des Studiums habe ich alle wichtigen Tierarten studiert, seziert und operiert. Ich habe zahllose Röntgenbilder interpretiert, Milch analysiert, Tabletten gepresst, Geschwüre zerlegt, Knochen geflickt, Muskeln entspannt und am Schlachthof gearbeitet. Das Studium schloss ich mit mehreren Staatsexamen ab und erhielt schließlich die Approbation zur Tierärztin. Diese gibt mir das Recht, mit Narkosemitteln und Impfstoffen zu hantieren oder für Lebensmittelsicherheit zu sorgen. Nach einiger Praxiszeit bin ich dann wieder zurück an die Uni, dieses Mal in Kiel, um zu einem tierzüchterischen Thema zu promovieren. Nach zweieinhalb Jahren hatte ich die Doktorwürde erlangt. Für mich ist das eher eine geprüfte Zusatzqualifikation, als ein Titel.

Weil sich die Welt jedoch weiterdreht, die Forschung nie stehen bleibt und immer neue Erkenntnisse hinzukommen, bilde ich mich permanent fort. Das kostet jedes Jahr viel Zeit und Geld, die den Tieren zugute kommt.. Ich investiere somit allein in einem Jahr mehr für meine Weiterbildung, als ein Tierheilpraktiker überhaupt für seine “Ausbildung”.

Ich möchte damit nicht angeben und rede sonst auch nicht viel davon. Für mich ist es einfach gute fachliche Praxis und eine innerliche Verpflichtung gegenüber den Tieren und Tierbesitzern. Schließlich habe ich auch einmal einen medizinischen Eid geschworen.

Tierärztin zu sein ist wirklich, obwohl ich einen dicken Landrover fahre, kein Prestigejob. Es geht um die Tiere und die Freude and Ihnen, egal ob Hamster oder Milchkuh. So werde ich es immer halten. Der Einsatz von alternativen Methoden, ist für mich ein wertvoller Bereich der modernen kurativen Praxis. Fachlich fundiertes Vorgehen ist die Grundlage dazu.

Fragen Sie mich gerne!

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Zufütterung der Pferde auf der Weide

In der Regel ist für Freizeitpferde, auch mit regelmäßigem sportlichen Einsatz, in gut geführter Weidehaltung keine Zufütterung von Kraftfutter nötig. Die gute Weide bietet genügend Energie und Eiweiß. Durch etwas Stroh im Unterstand decken Pferde selbst ihren Faserbedarf.

Unerlässlich ist jedoch die Gabe eines geeigneten Mineralfutters für Pferde in Form von wetterfesten Leckschalen oder Pellets. Ein einfacher Salzleckstein am Zaun reicht nicht aus. Auch auf einer guten Weide fehlen im nordeuropäischen Klima viele lebensnotwendige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Magnesium, Zink, Kupfer, Selen und Mangan. Produkte mit proteingebundenen Spurenelementen (Chelate) sind teurer, aber besser verfügbar.

Laktierende Stuten sollten zusätzlich mit einem hochwertigen Laktations- oder Zuchtfutter versorgt werden. Durch die schwankende Qualität und den Befall mit
Bakterien und Schimmelpilzen sind Hafer und Quetschgetreide ungeeignet. Aus hygienischen gründen sind auch Futtermittel in Pelletform meist besser als Müslis.

Grassilage kann eine gute und günstige Ergänzung zur Weide darstellen, wenn reichlich andere ausgleichende Rauhfutterkomponenten wie Heu oder Stroh angeboten werden. Die Bedeutung bester Qualität kann nicht oft genug betont werden. Silage, die für Milchvieh erzeugt wurde, ist meist nicht optimal für Pferde und sollte nur in geringen Anteilen in die Gesamtration einfließen. Gute Silage riecht frisch und angenehm säuerlich (wie Buttermilch). Sie lässt die Gräser und Kräuter noch gut erkennen und schmiert nicht beim zerreiben in den Fingern.

Wichtig ist die Struktur, damit die Pferde lange kauen und reichlich Speichel bilden.
Genau wie bei Heu ist der Preis für eine gute Silage zweitrangig.

Mehr dazu in meinen Leitfaden unter > Downloads > Die gute Weide

Die gute Weide

    Kosten Sparen in der Pferdehaltung
    Ein Leitfaden zum Weidemanagement von Dr. Barbara Spandern, 23 Seiten

    → Hier downloaden (pdf)

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Dösen ist angesagt

Hochsommerliche Temperaturen prägen unsere Tage. In dieser Zeit brauchen Ziegen und Schafe genügend Schattenplätze.

Eine andauernde Sonneneinstrahlung ohne Schutz beeinträchtigt ihre Gesundheit, von Sonnenbrand/-allergie bis hin zu Hitze-Kollaps oder Tumorerkrankung. Untersuchungen zeigen, dass es dabei keine wesentliche Rolle spielt, ob die Tiere lang- oder kurzhaarig bzw. hell oder dunkel sind. Zu viel Sonne ist für kein Tier gut. Ziegen und Schafe suchen deshalb in diesen Tagen konsequent den Schatten und passen ihre Bewegung den Temperaturen an.

Stundenlanges Dösen ist angesagt.

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www.landtieraerztin.de    


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